Bericht zur Endrunde 2018

Drei Mathe-Meister ermittelt

Viertklässler knobelten bei den 15. Mathematik-Meisterschaften Mittelfranken

 

Nürnberg – Familie Müller hat vier Kinder, die jeweils zwei Jahre auseinander sind. Vater Müller ist doppelt so alt wie all seine Kinder zusammen. Er ist zwanzigmal so alt wie sein jüngstes Kind. Mutter Müller ist fünfzehnmal so alt wie ihr jüngstes Kind. Wie alt sind die Müllers?

Über solch kniffligen Aufgaben brüteten 24 Viertklässler beim Bezirksfinale der Mathematik-Meisterschaft, das am 13. Dezember 2018 an der Georg-Ledebour-Schule in Nürnberg stattfand.

Die 20 Jungen und 4 Mädchen aus ganz Mittelfranken traten zur dritten Runde des Wettbewerbs an. Sie alle hatten sich an ihrer Schule und im Landkreis-Entscheid durchgesetzt und damit bereits ihr Knobeltalent unter Beweis gestellt.

In der Endrunde sollte nun der mittelfränkische Mathe-Meister ermittelt werden. Bevor es ans Rechnen und Tüfteln ging, konnten sich die Kinder und natürlich auch ihre Eltern, Großeltern und Geschwister an einem leckeren Buffet stärken. Die Finalisten hatten bereits einen Schultag hinter sich und waren verständlicherweise aufgeregt, so zum Beispiel Jo-Maxim aus Gunzenhausen, der gerne Streichholzrätsel löst und später einmal Schreiner werden möchte.

Rektor Andreas Hofmann, begrüßte alle Gäste an der Georg-Ledebour-Schule und wünschte den Mathegenies „Toi, toi, toi“. Wolfram Kriegelstein, leitender Regierungsschuldirektor, erklärte, warum er die Meisterschaft vor 17 Jahren erfand und seitdem organisiert. Wie im sportlichen oder musischen Bereich müsse es auch in Mathematik einen Wettbewerb für besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler geben. Er gratulierte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich zu deren Einzug in das diesjährige Bezirksfinale. Schließlich seien sie die „Besten“ aus circa 5000 Viertklässlern, die jährlich an der ersten Runde des Wettbewerbs teilnähmen. Nachdem er verraten hatte, dass es für die drei Erstplatzierten Tablets zu gewinnen gäbe, stiegen Nervosität und Motivation der Kinder noch weiter.

Dann ging es endlich los. Die Bearbeitungszeit für elf knifflige Aufgaben betrug 60 Minuten. Nicht nur Rechenkünste, sondern auch logisches Denken und Kombinationsgabe sowie räumliches Vorstellungsvermögen waren gefragt. Damit waren die Nachwuchs-Mathematiker in ihrem Element. Einige unter ihnen, wie zum Beispiel Julius aus Dinkelsbühl, benötigten nur etwa die Hälfte der Zeit. Er sei sich sicher und habe für alle Lösungen eine logische Erklärung, so der clevere Viertklässler, der sich gleich nach der Arbeit einem Buch widmete.

Während die Kinder an den Aufgaben knobelten, gab es für die Eltern die Möglichkeit, an einem Vortrag von Alfred Faulhaber teilzunehmen. Der pensionierte Gymnasiallehrer informierte über den Känguru-Wettbewerb und die von ihm initiierte Fürther Mathematik-Olympiade. Anhand entsprechender Aufgabenformen veranschaulichte er verschiedene Herangehensweisen und heuristische Lösungsverfahren.

Auch Johannes-Jürgen Saal, der den Bereich Schulen an der Regierung von Mittelfranken leitet, nahm sich die Zeit, um zur Mathematik-Meisterschaft zu kommen. In seinem Grußwort würdigte er die bereits 15-jährige sehr gute Kooperation mit der Hermann-Gutmann-Stiftung. Dieser dankte er für die Finanzierung und nachhaltige Unterstützung des Wettbewerbs. Seinen Dank drückte er ferner dem Organisationsteam aus, allen voran dem Sachgebietsleiter für Grund- und Mittelschulen, Herrn Wolfram Kriegelstein, sowie den zuständigen Lehrkräften aus den Schulamtsbezirken. Durch ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit bei der Planung und Durchführung habe sich die Mathematik-Meisterschaft Mittelfranken zu einem traditionsreichen Wettbewerb entwickelt, der auch in den anderen fränkischen Regierungsbezirken durchgeführt werde. Darüber hinaus betonte Herr Saal die hohe Bedeutung mathematischer Kenntnisse für den beruflichen Erfolg und im Alltagsleben eines jeden Einzelnen. In diesem Sinn dankte er auch den Eltern für die Förderung ihres Nachwuchses und sprach den Kindern Lob und Anerkennung für deren Leistung aus.

Nach der einstündigen Arbeitszeit wurden die Aufgabenblätter eingesammelt und vom Organisationsteam in Windeseile korrigiert. Bald stellte sich heraus, dass sieben Kinder punktgleich abgeschnitten hatten. Somit wurde ein „Stechen“ zwischen ihnen erforderlich.

Eine weitere Knobelaufgabe wurde gestellt, die möglichst schnell zu lösen war. Dabei gingen schließlich Konstantin Reiß aus der Grete-Schickedanz-Grundschule Hersbruck, Moritz Ortner aus der Grundschule Weißenburg und Sebastian Vollmer aus der Grundschule Baiersdorf als Sieger hervor und durften sich jeweils über ein Tablet freuen.

Bei der Preisverleihung wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Herrn Saal und Herrn Kriegelstein beglückwünscht und erhielten ein rotes Sweatshirt mit dem Aufdruck „MMM 2018“ sowie eine Urkunde überreicht.

Übrigens lautet die Lösung der Aufgabe vom Anfang: Vater Müller ist 40, Mutter Müller 30, die Kinder 2,4,6 und 8 Jahre alt. Doch das bekamen die Erwachsenen erst nach langem Überlegen und Ausprobieren heraus…

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